2017-23: Früher war mehr Anfahrtsbeschreibung

Ab 1988 war ich bei der BUNDjugend bzw. der Jugend des Bund Naturschutz in Bayern engagiert. 1990 war ich, so rechnete ich mir mal aus, 40 von 52 Wochenenden in Deutschland unterwegs. Meine Bahnfahrten – ich nutzte häufig das Tramper-Monatsticket, eine Art von BahnCard 100 damals – führten mich zu Besprechungen, Gremiensitzungen und Demos. Die notwendigen Unterlagen wurden noch samt und sonders per Papier verschickt und natürlich auch die Anreisebeschreibungen zu den Jugendherbergen und Geschäftsstellen der Vereine. Dafür wurden sorgfältig Stadtpläne kopiert, Papierpfeile ausgeschnitten und Routen eingemalt. Ja, Google Maps und Auto-Navigationssysteme waren noch kein Thema gewesen. Und für die Bahn gab es das Kursbuch.

Diesen Service vermisse ich heute. Fast kein Veranstalter macht sich mehr die Mühe, den Teilnehmern seiner Seminare eine Anfahrtbeschreibung zukommen zu lassen. 18 Teilnehmer – das sind 18 Leute, die jeder für sich die gleiche Anfahrtsbeschreibung raussuchen müssen. Ich fände das nach wie vor einen schönen Service, wenn mit den Seminarunterlagen noch eine Anreiseskizze dabei wäre, einmal für die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln, einmal für die per Auto anreisenden Teilnehmer. Dann hätte ich mir auch die 15-20 Minuten gespart, die ich brauchte, um mir den Fußweg zum Tagungshaus in Eisenach vom Bahnhof rauszusuchen und auszudrucken. Denn angesichts immer im falschen Moment leerer Handy-Akkus und schwächelnder Mobil-Datenverbindungen habe ich Wegbeschreibungen nach wie vor am liebsten ausgedruckt dabei.

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