Permalink

1

Es ist unklar, was mich mehr sediert. Das Wachsein ab 4 Uhr (und vor 5 aufgestanden), der Feinstaub im Stuttgarter Kessel oder die Lackdämpfe der Türen und Türrahmen, welche bei uns im Büroflur in diesen Tagen gestrichen werden. Beim Lüften kommt man quasi vom Regen in die Traufe. Türen im Winter streichen zu lassen ist so ziemlich eine der d********** Ideen. O.K., Heizkörper wäre eine Steigerung. Aber es reicht auch so. Immerhin begannen sie letzte Woche, als fast alle im Urlaub waren und auch diese Woche ist der Flur noch wenig bevölkert.

Zwei Anschaffungen:

  • Buch „Rattenlinien“ von Martin von Arndt (frisch erschienen, erste Auflage verkauft, Hardcover 19,- Euro und als eBook derzeit zum Sonderpreis von 3,99 Euro erhältlich).
  • Bluetooth-Kopfhörer (eigentlich ein Nachkauf, da meine vor zwei Monaten gekauften nun dauerhaft zur Gattin gewandert sind).

Quelle: http://mnz.lubw.baden-wuerttemberg.de/messwerte/s-an/s-an.htm

Permalink

0

App sei Dank. Drei Buslinien führen von der Stadt unten zu unserem Ort oben hinauf. Und sie fahren drei verschiedene Haltestellen an, ein Bus nur oft nur stündlich. Und ich schaffe es nicht, mir die drei Fahrpläne für Werktag, Samstag und Sonntag zu merken. Aber Dank meinem kleinen VVS-Helferlein auf dem Smartphone ist die optimale Verbindung nur einen Klick weit weg – Netzverbindung vorausgesetzt. Und das finden sogar eingeschworene Smartphone-Gegner im Freundeskreis eine sehr, sehr praktische Sache. Und gestern ersparte sie uns einen halbstündigen Umweg über Stuttgart auf der Rückkehr von der Weihnachtsbesuch-Tournee.

Permalink

0

Futterneid nervt. Ich mag keine Plätzchenteller die streng abgezählt sind. Mich strengen Menschen an, die genau darauf achten müssen, wer schon welche Sorte gegessen hat und schnell genug essen, damit sie nicht zu kurz kommt. Stressig sind die Tische, an denen du ja nicht das letzte Stück essen darfst, ohne dich mehrfach vergewissert zu haben, dass es in Ordnung ist.
Anstrengend. So was kostet mich Nerven, diese künstliche Verknappung ohne Grund. Und besonders dann, wenn das Verhalten nicht nur bei Kindern zu sehen ist, sondern von Erwachsenen ausgeht. Aber man sieht, wie sich eine Prägung über eine Generation vererbt.

Essen nach Plan und Quote nimmt den Mahlzeiten die Freude, die Leichtigkeit, den Genuss. Und es schürt Konkurrenz anstelle Gemeinschaft zu stiften – eine der schönsten Funktionen des Essens.

Permalink

0

Schuldenübersicht bei K2.

Monopoly zu spielen ist schon anstrengend genug. Die Abläufe sind mäßig spannend, es geht nur um Geld, Häuser und Straßen, Mieten und Hotels.

Anstrengender wird es wenn man nur zu zweit spielt und der Gegenüber (nennen wir ihn kurzerhalber K2) alles kann – nur nicht verlieren oder eine kurze Pechsträhne haben. Dann musst du, Würfelzufall hin oder her, alle Energie darauf verwenden, das Glück in seine Richtung zu wenden, Straßen unter Wert zu verscherbeln und Häuser nicht zu bauen.

Doch der Gipfel der Qual ist erreicht, wenn er sich dann nicht mit einem einfachen, schmerzlosen Sieg zufrieden gibt, dich in die gnädige Insolvenz entlässt. Nein, du bekommst Kredit bis zum Umfallen, auf Mietzahlungen wird verzichtet. Und so geht es Runde um Runde weiter. Er spielt völlig entspannt, dem Spiel ist jegliche Dynamik entzogen – ein kapitalistischer Flow mit gönnerhaften Zügen. Deine Hinweise auf deinen permanenten Bankrott werden ignoriert. Insolvenzverschleppung seitens des Gläubigers in Reinkultur.

Bis es dann von ihm plötzlich heißt: „Ich hab‘ keine Lust mehr. Kannst du aufräumen.“

Ja, gerne.

Permalink

0

Ich wünsche Dir
ein frohes und friedliches Fest.

Weihnachten ist nicht das Fest der Geschenke, der Pracht und des Protzens. Weihnachten ist das Fest, bei welchem die Ankunft eines König gefeiert wird, der so anders war als alle Könige vor und nach ihm. Ein König, der in einem Stall geboren wurde, in einer Krippe schlief. Ein König, der nie mehr besaß, als er zum reinen Leben brauchte.

Und es ist nicht wichtig, ob du an die Bibel, Gott oder Jesus glaubst. Aber hat diese Botschaft, dass auch „der Höchste“ klein und hilflos sein kann, nicht etwas beruhigendes, tröstliches? So hat der Abend des 24. Dezembers für jeden seine ganz eigene Bedeutung. Aber unberührt lässt er nur wenige.

Auch nicht die rund 800 Menschen in Armut und Wohnungsnot, die bei „eva’s Stall“, der seit über 60 Jahren stattfindenden Weihnachtsfeier, gemeinsam feiern.

Das ist Heiligabend.

 

Permalink

1

Eigentlich kein Thema für den Tag vor Heiligabend. Oder vielleicht doch?

Heute wurde der vermutliche Täter des via LKW ausgeführten Massenmords am Berliner Weihnachtsmarkt in der Nähe von Mailand bei einem Schußwechsel mit einer ihn kontrollierenden Polizeistreife erschossen. Nein, es tut mir nicht um ihn leid. Trotzdem, das „Grazie“, dass vielfach aus Deutschland nach Italien schallte, irritiert mich irgendwie. Vielleicht mag ich einfach nicht, wenn Menschen getötet werden.

Gestern starben übrigens auch 100 Menschen. Sie starben auf der Flucht nach Europa, ertranken im Mittelmeer, wie das UNHCR berichtet. Das sind acht mal soviele Menschen, wie in Berlin am Weihnachtsmarkt so sinnlos starben.

In 2016 waren es, so die Zählung des UNHCR, bisher über 5.000 Menschen, welche auf der Flucht im Mittelmeer ertranken. Das bisher schlimmste Jahr.

Und von besorgten Bürgern höre ich schon ein leises „Grazie Europa“.

Seite 2 von 512345