Heimatbesuch: Ahnengalerie

Es war ein Schneider-Buch, soviel ist sicher. Kinder lieben Schneider-Bücher, hieß der Werbespruch in den 70er und 80er Jahren. Auf mich traf das sicher zu. Etwa 150-200 davon dürften sich in meinen Regalen befunden haben, zu einem guten Teil von Taschengeld gekauft. 3.95 DM, 4.95 DM, 5.95 DM waren die Standardpreise.

„Derrick Junior“ hieß eine kleine Serie mit einem vor Geschlechtsstereotypen strotzende Plot. Im ersten Band besuchte der jugendliche Held seine im Altenheim wohnende Großmutter (so zumindest meine Erinnerung) und an der Wand hängen unzählige Bilderrahmen mit Fotos ihrer Verwandten.
Damals fand ich das eine nette Idee, war aber sehr fern von mir. Heute morgen erwachte ich in einem Zimmer, in welchem genau so eine Wand gestaltet ist. Fotos aus drei Generationen, Schwerpunkt auf den letzten 20 Jahren. Und einige der Abgebildeten leben nicht mehr.
Schön, dass die Bilder ausgedruckt vorliegen, nicht in Diakästen vergraben oder auf Festplatten versteckt. Jedes Foto weckt die Erinnerung an die Personen, die Zeit damals, die Situation als fotografiert wurde. Und bei den Kindern (Enkeln) sieht man die Entwicklung, die Ähnlichkeiten.
Ich bin gerne hier, sitze gerne vor der Wand. Und ich erkenne, dass ich mal wieder einige Fotos des letzten Jahres ausdrucken muss.

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