2017-8 Der Alltag ist gar nicht so übel …

Geh‘ vorsichtig mit dem Alltag um.

Gestern sah ich mit den Jungs und Gattin einige alte Aufnahmen am Computer von 2005-2012 an. Alles querfeldein, von der Kita bis zum Urlaub, Weihnachten und Ausflüge, Garten und Geburtstag. Bei Kindern in diesem Alter ist das jedes Mal eine Zeitreise und bei den frühen Aufnahmen ist man manchmal froh, anhand der Kleidung die eigenen Jungs identifizieren zu können.

Und uns fielen all die Geschichten und Erlebnisse ein, die mit den Aufnahmen verbunden sind. Wir erlebten die Situationen nach, die zu den begeisterten und weniger begeisterten Blicken führten. Und zumindest bei uns beiden Älteren kam etwas Nostalgie auf. Und ich merkte plötzlich: Der Alltag ist doch eigentlich gar nicht so übel; zumindest im Rückblick.

Ach ja: Heute und morgen und übermorgen sind vielleicht auch schon wieder Tage, die wir in wenigen Jahren als goldene Vergangenheit verklären werden. Und wenn wir schlau sind, genießen wir den Alltag schon dann, wenn er geschieht. Also jetzt. Vorsichtig festhalten …

Heimatbesuch: Ahnengalerie

Es war ein Schneider-Buch, soviel ist sicher. Kinder lieben Schneider-Bücher, hieß der Werbespruch in den 70er und 80er Jahren. Auf mich traf das sicher zu. Etwa 150-200 davon dürften sich in meinen Regalen befunden haben, zu einem guten Teil von Taschengeld gekauft. 3.95 DM, 4.95 DM, 5.95 DM waren die Standardpreise.

„Derrick Junior“ hieß eine kleine Serie mit einem vor Geschlechtsstereotypen strotzende Plot. Im ersten Band besuchte der jugendliche Held seine im Altenheim wohnende Großmutter (so zumindest meine Erinnerung) und an der Wand hängen unzählige Bilderrahmen mit Fotos ihrer Verwandten.
Damals fand ich das eine nette Idee, war aber sehr fern von mir. Heute morgen erwachte ich in einem Zimmer, in welchem genau so eine Wand gestaltet ist. Fotos aus drei Generationen, Schwerpunkt auf den letzten 20 Jahren. Und einige der Abgebildeten leben nicht mehr.
Schön, dass die Bilder ausgedruckt vorliegen, nicht in Diakästen vergraben oder auf Festplatten versteckt. Jedes Foto weckt die Erinnerung an die Personen, die Zeit damals, die Situation als fotografiert wurde. Und bei den Kindern (Enkeln) sieht man die Entwicklung, die Ähnlichkeiten.
Ich bin gerne hier, sitze gerne vor der Wand. Und ich erkenne, dass ich mal wieder einige Fotos des letzten Jahres ausdrucken muss.