2017-15: Nachher muss ich noch …

Musst Du auch so viel machen? Ich muss in die Arbeit gehen, muss das Frühstück machen, muss mir einen Kaffee holen, muss zum Cello-Unterricht, muss Cello üben, muss einen Blog-Beitrag planen, muss auf die Toilette gehen, muss das Kind ins Bett bringen, muss noch die Zeitung lesen, muss die Zähne putzen, muss jetzt schlafen.

Ob außer mir noch jemand so oft die Worte „Ich muss …“, „Ich muss noch …“ verwendet? Dieser Tage fiel es mir mal auf, wie oft ich im Zusammenhang mit irgendwelchen Tätigkeiten ein „muss“ vorweg setzte.

Dabei sind es überwiegend überhaupt keine unangenehmen Tätigkeiten. Manche mag ich sogar wirklich sehr. Trotzdem das „muss“. Woher kommt das? Ist das ein Effekt der Kalendertaktung, des nacheinander abarbeiten müssens von To-Dos, der Tages-, Wochen- und Monatspläne?

Doch was macht dieses „müssen“ im Kopf? Führt es – zumindest unbewusst – dazu, dass auch sehr angenehme Tätigkeiten weniger Freude bereiten? Bei Kindern weiß man ja, dass deren eigenes Wollen durch ein elterliches „Du musst“ schlagartig zum Erliegen kommen kann. Geht es mir, geht es uns damit auch so?

„Ich muss noch schnell etwas essen gehen.“ Wo bleibt da die Freude, wo bleibt der Genuss? Ist es nun nur Wortklauberei, oder steckt mehr dahinter?

Macht eine lange To-Do-Liste mit freudvollen Tätigkeiten noch Freude beim ab“arbeiten“? Heute Abend „muss“ ich noch Cello üben, Meditieren, Bloggen, … Macht das „muss“ die Lust zur Last?

Was sind die Alternativen? Dieses kleine Wörtchen steckt ja, so merke ich, ziemlich tief drin in mir.

Sind diese hier besser?

  • Ich will…
  • Ich werde…
  • Ich mag…
  • Ich darf…
  • Ich kann…

Dann müsste (!) ich auch die To-Do-Liste gedanklich umbenennen in meine „Ich mag“-Liste. Das klingt doch gleich viel freundlichen – oder?

Und, kennst Du dieses Wort auch?


Nachtrag: HannaH Rau () twitterte heute (17.1.17) so schön: „Die todo-Liste auf dem Smartphone in ‚Was für ein schöner Tag!‘ umbenennen, war bisher die beste Idee in 2017.“

Ein Gedanke zu „2017-15: Nachher muss ich noch …“

  1. Bei mir ändert sich das erst, wenn das „muß“ von außen kommt. (Nutze ich das überhaupt, das ich muß noch schnell nur noch erstmal nachher …? Mal im Blog suchen gehn.)

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