Arbeiten am Laufband-Schreibtisch

Dass Sitzen die Rückenmuskulatur schwächt, für verkrampfte Halsmuskeln sorgt und Haltungsschäden verursacht, ist schon seit Jahrzehnten Allgemeinwissen. Die diversen Moden bei Bürositzgeräten geben ein beredtes Zeugnis darüber ab. Bürostühle, einer ergonomischer als der andere beworben, Sitzbälle, Kniehocker, Balance-Stühle und mehr sollen uns helfen, der Bewegungsarmut etwas entgegenzusetzen.

„Sitzen ist das neue Rauchen“

Mit diesem Titel erschien ein Buch, und es ist der Slogan derer, welche uns vor dem zuvielen Sitzen am Schreibtisch, im Auto und im Sessel mit seinen Folgen bewahren wollen. Jetzt ist nicht mehr nur unsere Skelettmuskulatur im Fokus, jetzt geht es ans Eingemachte: Niedriger Kalorienverbrauch, ein Stoffwechsel auf Sparflamme, steigende Gefahr von Herz- und Kreislauferkrankungen und Diabetes-Risiko sind seit einigen Jahren die Hiobsbotschaften der Sitzgegner. Mit dem ergonomischen Stuhl ist es also nicht mehr getan. Wir müssen in die Senkrechte. Und so sind seit geraumer Zeit Stehtische im Angebot aller Büromöbelhersteller, um uns aus der sitzenden Unbeweglichkeit in die aufrechte Position zu holen.

Stehtische sind ein Anfang, aber keine Lösung

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Bücher und ihre Regale

Eine Obststeige im Keller ist voller Bücher aus meiner Kindheit. Raumschiff Monitor, Burg Schreckenstein, Erdschiff Giganto, die acht Abenteuer-Bände von Enid Blyton und so andere Serien aus dem Schneider-Verlag. Zerlesen, mit Eselsohren, ohne Schutzumschläge und vergilbend warten sie seit gut 35 Jahren darauf, wieder in die Hände genommen zu werden. Vier oder fünf Umzüge haben sie mich mittlerweile begleitet, jede Wegwerfaktion überstanden
Ich habe die Bücher wohl aus zwei Gründen behalten. Einerseits sind es nostalgische Gefühle. Wenn man ein Buch nicht nur einmal, sondern 10- oder 20-mal gelesen hat, ist es ein Teil der Vergangenheit geworden. Und wenn es dieses Buch dann auch nicht mehr zu kaufen gibt, wäre mit dem Wegwerfen auch ein Teil der Biographie symbolisch weg.
Der später hinzu gekommene Grund sind die eigenen Kinder. Irgendwo war vielleicht die Erwartung oder Hoffnung, dass sie die Bücher auch einmal lesen und mit ihnen die gleichen positiven Gefühle verbinden, wie ich seinerzeit.

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2018-45: gesudelt (1046)

Das „rechte Maß“ zu wahren bedeutet nicht nur, Verzicht zu üben. Es gebietet auch, seine Trägheit und Ängste zu überwinden. [1046]

Im Vergleich zu Kaffee-Kapseln oder Wein ist selbst edler Darjeeling Weißtee spottbillig. [1045]

Beim Bazar die von mir gespendeten Bücher sehen und den Impuls unterdrücken, sie wieder zu kaufen. [1044]

Gebügelt. Das Haus erwacht. Die Kaffeemühle anwerfen und die French Press füllen. [1043]

Nass?
Nass!
Moin. [1042]

Lebendig, melodisch … aus den 60ern: „The singing nun: Brother John“ (nicht das Schlaflied) [1041]

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2018-44: gesudelt 1022 (Lindau)

Letzter Weg nach 25 Jahren. Über meinen Blog fand ein Besitzer des gleichen Modells zu mir – verkauft. Flux ST-2 – geht jetzt nach Mainz.  Seinerzeit sündhaft teuer vom guten U-Bahnfahrer-Gehalt als Student gekauft. [1022]

Heimweg. Die Familien-Routine wartet. Was bleibt? Was geschieht mit dem Geschaffenen…? [1021] 

Unverdünnte Morgenluft! [1020]

„Not und Elend der Welt zu ertragen und die Welt so nehmen, wie sie ist, ohne darauf zu verzichten, sie besser machen zu wollen.“ – A. Kitzler – [1019]

Komm‘ behütet durch die Nacht. [1018] 

„Bücher müssen mit soviel Überlegung und Behutsamkeit gelesen werden, als sie geschrieben wurden.“ (Henry D. Thoreau, Walden) [1017] „2018-44: gesudelt 1022 (Lindau)“ weiterlesen

Datenschutz

Die DSGVO (Datenschutzgrundverordnung) wird ab 25. Mai 2018 kommen. Nachdem es in etwa soviele Meinungen zur Ausgestaltung einer rechtssicheren Datenschutzerklärung gibt wie Jurist*innen, habe ich mich einfach für eine entschieden. Sie ist anhand vorgegebener Felder sehr schnell erstellt und der Code lässt sich leicht auf eine Seite kopieren. Diese muss dann entweder im Header oder Footer erscheinen, „Datenschutz“ weiterlesen

2017-25: Nigeria ist weit

Gestern stand auf Spiegel Online, dass es in Nigeria Dörfer gäbe, in welchen keine Kleinkinder mehr leben würden. Millionen Menschen sind vom Hunger bedroht, Zitat:

„Elf Millionen Menschen brauchten dringend Hilfe, sagte er(*). Bei gut sieben Millionen von ihnen herrsche „ernste Nahrungsmittelunsicherheit“ – sie leben also von einer Mahlzeit am Tag, wenn überhaupt. 515.000 Kinder seien bereits oder in Kürze „ernstlich und akut unterernährt“. Ohne Hilfe würden sie sterben.

(*Toby Lanzer, Westafrika-Koordinator der Uno-Nothilfeorganisation (Ocha))

Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/nigeria-sieben-millionen-menschen-von-hunger-bedroht-a-1131577.html

Doch in welchen Zeitungen liest man davon? Wo sind die TV-Appelle? Es ist so frustrierend, wenn auf Twitter, Facebook & Co. tausendfach wiederholte Spaß-Videos von Trump kursieren, gleichzeitig tausende, hunderttausende dem Hungertod entgegen sehen.

Nein, ich mache niemandem die Trump-Tweets zum Vorwurf. Vielleicht braucht es ja dieses Ventil, um der gefühlten Hilflosigkeit und Ratlosigkeit Herr zu werden.

Trotzdem: Es gibt eine Menge Leben (und Sterben) außerhalb der liebgewonnenen Filterblasen und medialen Hauptthemen. Wie müssen nur den Blick dafür frei halten. Ein bei seinen Eltern verhungertes Kind in Deutschland rührt die Nation wochenlang. Tausende verhungerte Kinder in einem afrikanischen Land sind eine Randnotiz.

Wir müssen lernen, die Augen für die Welt offen zu haben. Gerade auch für die Leidenden dieser Welt. Und – das ist für mich eine Konsequenz – wir können von unserem Wohlstand an diejenigen abgeben, für welche wir hier in einem unvorstellbaren Paradies leben. Und jede riesige Zahl von Menschen besteht aus ganz vielen Individuen, Menschen wie du, ich, meine Kinder, meine Nachbarn.

Spenden nehmen viele Hilfsorganisationen an, z.B.:

UNO-Flüchtlingshilfe

Ärzte ohne Grenzen

Welthungerhilfe

 

 

 

 

2017-24: Bahnrechnung

Es war ein gemütliche Bahnfahrt geplant. Sogar ein kleines Upgrade von 24,- Euro von der 2. in die 1. Klasse (für Hin- und Rückfahrt gemeinsam) leistete ich mir. Geschenkte Lesezeit.

Heimfahrt von Eisenach nach Stuttgart: 13:49 – 17.08 geplant, Umsteigen in Fulda mit 5 Minuten Übergang.

Um 13:48 Uhr springt die Anzeige von „Pünktlich“ auf „15 Minuten Verspätung“. Also bei -5 Grad am Bahnsteig eine Viertelstunde warten und mit klammen Fingern die Alternativverbindungen in der App suchen. Den Umstieg in Fulda kann ich vergessen.

Hm, es könnte ein Alternativzug in Frankfurt Flughafen erwischt werden, nur wenig später dran. Oh: der entfällt ersatzlos.

Also fahre ich mit dem gebuchten ICE auf reserviertem Sitzplatz soweit es geht, also bis Frankfurt Flughafen und warte dort auf den nächsten Zug nach Stuttgart, der dann – 10 Minuten Verspätung hatte der Lokführer aufgeholt – knapp eine Stunde später fuhr (mit seinerseits kleiner Verspätung).

Und so sah die Rechnung zuletzt aus:

15 Minuten Verspätung
+ 5 Minuten nicht ausreichender Übergang
———————————–
= a) 65 Minuten später in Stuttgart und eine Dreiviertelstunde im Zug stehen.
= b) Eine verfallene Sitzreservierung und ein verfallenes 1. Klasse-Upgrade
= c) Aus der gemütlichen Zugfahrt wurde ein „Auf die Uhr und App schauen“, Bahnsteigwarten, im vollen Zug stehen.

Zum Ausgleich dürfte ich mir nun ein Formular runterladen und 25% Fahrpreiserstattung geltend machen – ein Fahrpreis, den mein Auftraggeber des von mir gehaltenen Seminars bezahlt hat. Knapp 10 Euro könnten rausspringen (abzüglich Porto für das eingeschickte Formular).

Und die Moral von der Geschicht‘: Umsteigen minimieren, genügend Puffer einbauen.

Und nein: Autofahren war für mich noch nie und wird auch nie eine Alternative auf Fernstrecken sein. Autofahren ist für mich Zeitverschwendung, da ich da nichts machen kann. Und der Verkehr ist noch unberechenbarer als die Bahn.

 

2017-23: Früher war mehr Anfahrtsbeschreibung

Ab 1988 war ich bei der BUNDjugend bzw. der Jugend des Bund Naturschutz in Bayern engagiert. 1990 war ich, so rechnete ich mir mal aus, 40 von 52 Wochenenden in Deutschland unterwegs. Meine Bahnfahrten – ich nutzte häufig das Tramper-Monatsticket, eine Art von BahnCard 100 damals – führten mich zu Besprechungen, Gremiensitzungen und Demos. Die notwendigen Unterlagen wurden noch samt und sonders per Papier verschickt und natürlich auch die Anreisebeschreibungen zu den Jugendherbergen und Geschäftsstellen der Vereine. Dafür wurden sorgfältig Stadtpläne kopiert, Papierpfeile ausgeschnitten und Routen eingemalt. Ja, Google Maps und Auto-Navigationssysteme waren noch kein Thema gewesen. Und für die Bahn gab es das Kursbuch.

Diesen Service vermisse ich heute. Fast kein Veranstalter macht sich mehr die Mühe, den Teilnehmern seiner Seminare eine Anfahrtbeschreibung zukommen zu lassen. 18 Teilnehmer – das sind 18 Leute, die jeder für sich die gleiche Anfahrtsbeschreibung raussuchen müssen. Ich fände das nach wie vor einen schönen Service, wenn mit den Seminarunterlagen noch eine Anreiseskizze dabei wäre, einmal für die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln, einmal für die per Auto anreisenden Teilnehmer. Dann hätte ich mir auch die 15-20 Minuten gespart, die ich brauchte, um mir den Fußweg zum Tagungshaus in Eisenach vom Bahnhof rauszusuchen und auszudrucken. Denn angesichts immer im falschen Moment leerer Handy-Akkus und schwächelnder Mobil-Datenverbindungen habe ich Wegbeschreibungen nach wie vor am liebsten ausgedruckt dabei.

2017-22: Backnachmittag

Am Sonntag Nachmittag stand mal wieder Backen an. Zuerst kam das Brot nach bewährtem Blitzrezept – der Teig muss nicht gehen und das Brot kommt in den kalten Backofen – und danach waren die aufwändigeren Brezeln dran. Das Brezelrezept wurde mengenmäßig wieder verdoppelt, fünf Brezeln wären definitiv zu wenig gewesen. Sie schmecken etwas anders als beim Bäcker, aber sehr lecker.

Tipp: Die 50g Natron für die Lauge kauft man lieber nicht in der Backabteilung des Supermarktes, sondern bei den Gesundheitsartikeln. Da gibt es nämlich weit günstiger und mit weniger Verpackungsmüll 250g-Dosen (für Reinigungszwecke und zum Gurgeln) und nicht so komische 5g-Päckchen im Fünferpack. Und die Milch in den Brezeln kann bei Unverträglichkeit einfach durch ungesüßte Mandelmilch o.ä. ersetzt werden.

Laugenbrezeln – Rezept bei www.herrgruenkocht.de 

Dinkelvollkornbrot mit Körnern – Rezept Chefkoch.de

 

2017-20 gesudelt (977)

Essen, Kleidung, Wärme, Wohnen, Arbeit, Frieden – der riesige Zufall, in der heutigen Zeit in diesem Teil der Welt leben zu dürfen. [977]

Zwei Seminare von mir über Beziehungspflege im (9.3. München / 30.3. Gelsenkirchen).  [976]

K2 ist ganz begeistert vom Computerkurs via Hector Kinderakademie. Aber stereotyp: 7 Jungs, kein Mädchen.  [975]

Eine Schlüsselkompetenz, welche Schule heute vermitteln müsste: Die Fähigkeit, sich bewusst und konsequent für/wider zu entscheiden. [974] „2017-20 gesudelt (977)“ weiterlesen

2017-18: Erinnerungen mit Musik

Manche Situationen sind für mich mit Musik verknüpft. Wobei der Auslöser der Erinnerung sowohl bei der Musik als auch bei der Situation liegen kann. Wenn ich „Bridge over troubled water“ oder „El condor pasa“ von Simon & Garfunkel höre, denke ich oft an eine Zugfahrt. Es war Ende März 1986, die Zeit von Gorbatschow und nur wenige Wochen vor der Tschernobyl-Katastrophe nahe Kiew, als ich mit dem Russisch-Grundkurs (Münchener Gymnasium!) in der UdSSR war und wir mit dem Zug von Moskau nach Leningrad (so hieß es damals noch) fuhren. Da hörte ich zum ersten Mal auf einer ausgeliehenen Kassette in meinem Walkman-Klon von Karstadt diese Lieder von Simon & Garfunkel. Seitdem ist diese Aufnahme mit dem verträumten Blick aus dem Zugfenster auf schier unendliche Birkenwälder verbunden. Die melodischen Stücke der zwei hatten es mir sehr angetan.

Und ein Jahr vorher, wir fuhren im Juli auf Klassenfahrt nachts mit dem Bus von München nach Paris, war es die Rocky Horror Picture Show, die über die Buslautsprecher lief und mit vielen Feuerzeugen (ja, damals gab’s noch keine Handys) begleitet wurde. Unvergeßlich das „Don’t dream it, be it“ – DIE Botschaft für 17-18Jährige.

Und aus den Restaurants von Paris klang mehr als einmal „Live is life“ von Opus – der Hit von 1984/85 – aus den Lautsprechern. Für mich ist das Lied seither immer mit den heißen Sommertagen in Paris, mit Straßencafés und den sandigen Wegen der Parks verbunden.

 

2017-17: So viel Geduld und Ausdauer …

Manchmal staune ich ja doch, wie viel Geduld und Ausdauer Kinder und Heranwachsende haben können, wenn sie sich ein herausforderndes Ziel setzen. K1 arbeitet derzeit unter anderem an persönlichen Rekordzeiten beim Lösen des Rubik’s Cube, des Zauberwürfels. 1 1/2 Minuten oder so braucht er aktuell – grob geschätzt. Und natürlich benötigt man dafür einen speziellen Würfel, der extrem leichtgängig ist, so dass man ihn mit nur einem Finger drehen kann. Da wird einem beim Zusehen schon schwindelig.

Damit es nicht langweilig wird, hat er einem frustrierten Schulfreund einen Spezialwürfel abgekauft. Die Rechtecke sind nun verschieden groß und es gibt keine Farbe mehr, sondern nur noch Spiegelflächen. Die Mechanik und die Lösungsschritte sind unverändert, aber der Kopf muss nun deutlich mehr arbeiten. Faszinierend, wie viel Zeit man in die Perfektionierung so einer Fähigkeit stecken kann.

Und dann frage ich mich, was mich oder was uns Erwachsene noch so faszinieren kann. Für was können wir solch eine lange Aufmerksamkeitsspanne und Übungsintensität aufrecht erhalten? (Stundenlang zu Twittern oder SPON zu lesen zählt mal nicht dazu.)

 

2017-16: Blindflug und Landung nach Gehör

So ein Cello-Griffbrett ist ganz schön lang. Es könnte etwas Struktur vertragen. So etwa wie die Gitarre links mit ihren Bünden.
Nun durfte ich erstmals im Cello-Unterricht versuchen, Töne auf den Saiten zu finden, mich von den relativ wohltönenden leeren Saiten lösen. Ohne Aufkleber, ohne irgendeine Markierung dran, nur nach Gefühl und Gehör. Das wird die erste große Herausforderung für mich werden, mich auf diesem langen Griffbrett des Cello zurecht zu finden, die Töne sauber zu greifen. Also übe ich mal den Blindflug mit Landung nach Gefühl und Gehör.

2017-15: Nachher muss ich noch …

Musst Du auch so viel machen? Ich muss in die Arbeit gehen, muss das Frühstück machen, muss mir einen Kaffee holen, muss zum Cello-Unterricht, muss Cello üben, muss einen Blog-Beitrag planen, muss auf die Toilette gehen, muss das Kind ins Bett bringen, muss noch die Zeitung lesen, muss die Zähne putzen, muss jetzt schlafen.

Ob außer mir noch jemand so oft die Worte „Ich muss …“, „Ich muss noch …“ verwendet? Dieser Tage fiel es mir mal auf, wie oft ich im Zusammenhang mit irgendwelchen Tätigkeiten ein „muss“ vorweg setzte. „2017-15: Nachher muss ich noch …“ weiterlesen