Mein Unvermögen, den Atem nur zu beobachten

Wer sich jemals mit Meditation beschäftigt hat, stieß zu Beginn sicher auf die Anweisung „beobachte Deinen Atem“. Man solle ihn beobachten, wie er durch die Nase fließt, den Gaumen entlang streicht, die Lunge und den Bauchraum füllt, Bauchdecke und Brustkorb hebt. Und dann geht der Atem den entgegen gesetzten Weg, den es ebenso zu erspüren gilt. Ziel dieser Übung ist, den allgegenwärtigen Strom der Gedanken zu unterbrechen, einmal an „nichts“ zu denken.

Momentan versuche ich, wieder täglich zu meditieren. Wobei es nicht nur beim Versuch bleibt, sondern ich schon einige Tage sehr konstant dabei bin – wenngleich noch nicht besonders lange, sondern erst mal nur so 10-15 Minuten am Stück.

Ich weiß ja nicht, wie es anderen dabei geht. Aber ich kann meinen Atem nicht beobachten. „Mein Unvermögen, den Atem nur zu beobachten“ weiterlesen

Das gelungene Seminar

Was nimmst Du aus einem Seminar mit? War es das Geld wert? Deine Notizen sind der Gradmesser.
Was nimmst Du aus einem Seminar mit? War es das Geld wert? Deine Notizen sind der Gradmesser.

Am Donnerstag darf ich wieder einmal einen Fach-Vortrag halten. Und ich vermute sehr, dass es irgendwelche Erhebungsbögen im Anschluss für die Teilnehmenden gibt, um die Vortragsqualität zu evaluieren. Da wird dann nach dem adäquaten Medieneinsatz gefragt, ob ich auf die Fragen der Teilnehmenden einging, als fachlich kompetent eingeschätzt werde etc.

Bei einigen Kongressen erlebte ich bewundernd Vorträge  von Kollegen, die die Anwesenden begeisterten, den Saal mit Energie füllten und die auch im Nachhinein Bestnoten in der Gesamtbewertung erhielten. Doch wenn ich nach solchen Vorträgen Kolleginnen und Kollegen frage, was sie nun praktisch aus dem gehörten – ja eher schon  erlebtem – mitnehmen würden, blieb es still. Und in mir oft auch. „Das gelungene Seminar“ weiterlesen

Eine Jahresübersicht damit Dein Vorhaben gelingt

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365 Tage auf einen Blick.

Manchmal nehmen wir uns Dinge vor und sind in den ersten Tagen ganz konzentriert bei der Sache, achten sehr darauf, unser Vorhaben auch wirklich umzusetzen.

Das fängt mit den klassischen Neujahrsvorsätzen an, geht weiter über die Fastenzeit-Vorhaben oder beim Angewöhnen guter und Abgewöhnen schädlicher Angewohnheiten.

Damit dieses Vorhaben kein Strohfeuer bleibt und wir uns nicht schneller als erhofft der Routine des Alltags ergeben, haben sich einige Ansätze bewährt, die ich Dir vorstelle und als kleine Hilfe gibt es noch eine Datei:
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#10dingedieichanmirmag

10dingedieichanmirmagUnter dem Hashtag #10dingedieichanmirmag wurden heute auf Twitter ganz unterschiedliche, aber sehr persönliche Listen gepostet. Die Twitterin Sternkind (@ninelangelo) gab den Anstoß mit ihren eigenen Top 10.

Viele schrieben ihre 10 Punkte, was ihnen an sich selber gefällt auf. Und vereinzelt war auch zu lesen, dass dies gar nicht so einfach war, aber letztendlich ein sehr befriedigendes Gefühl hinterließ.

Als ich mir, noch ohne Stift und Papier zur Hand zu nehmen, kurz was überlegen wollte, spürte ich großen Widerstand. „#10dingedieichanmirmag“ weiterlesen

Hartz IV-Fastengruppe

Gerade lese ich von einer evangelischen Fastengruppe aus Bad Cannstatt (Stuttgart). Die Teilnehmer möchten während der Fastenzeit ab Aschermittwoch sieben Wochen lang von Hartz IV leben.

„Weitere Programmpunkte des siebenwöchigen Kurses sind unter anderem „Straßenexerzitien“. Die Teilnehmer erkunden ihr Stadtquartier, insbesondere die Orte, an denen sich arme Menschen treffen.“

„Auch ein Besuch im Tafelladen ist geplant. Vor allem geht es aber darum, dass die Teilnehmer ihre Erfahrungen austauschen und ein neues Verständnis für die Lebensumstände armer Menschen entwickeln.“

Mir ist bei diesen Versuchen immer unwohl. Jedes Jahr zur Fastenzeit stoße ich auf solche „Versuche“. Wohlsituierte Menschen versuchen sich den Lebensumständen von Armen zu nähern.

Ja, ich denke schon, dass man etwas Einblick und Verständnis für die Schwierigkeiten bekommt, die das Leben mit Hartz IV mit sich bringt.

Nein, es fehlt die existenzielle Erfahrung des Mangels dabei. Die Wohnungen bleiben gut ausgestattet. Wenn die Waschmaschine kaputt ginge, würde sie wohl ohne viel Federlesen ersetzt. Die Kinder gehen weiterhin zur Musikschule und der Urlaub bleibt gebucht.

So bleibt der schale Geschmack zurück, dass sich Armut eben nicht simulieren lässt. Genau so wenig, wie sich das Gefühl der Depression durch eine kleine Gemütsverstimmung simulieren lässt.

Fastet doch richtig. Spendet für die Hilfsangebot der Armen.