2017-3 Gelesen: Tage der Nemesis

1921, der Genozid an den Armeniern, türkische und armenische Exilanten in Berlin, politische Morde, eine instabile Demokratie mit alten kaiserlichen Denk- und Verhaltensmustern und ein im ersten Weltkrieg traumatisierter Kommissar, der seine tägliche Dosis Morphium gespritzt braucht. Dazu noch die armenische Geheimorganisation „Nemesis“, welche die für den Genozid Verantwortlichen töten will. „2017-3 Gelesen: Tage der Nemesis“ weiterlesen

2017-2 Lack oder Feinstaub?

Es ist unklar, was mich mehr sediert. Das Wachsein ab 4 Uhr (und vor 5 aufgestanden), der Feinstaub im Stuttgarter Kessel oder die Lackdämpfe der Türen und Türrahmen, welche bei uns im Büroflur in diesen Tagen gestrichen werden. Beim Lüften kommt man quasi vom Regen in die Traufe. Türen im Winter streichen zu lassen ist so ziemlich eine der d********** Ideen. O.K., Heizkörper wäre eine Steigerung. Aber es reicht auch so. Immerhin begannen sie letzte Woche, als fast alle im Urlaub waren und auch diese Woche ist der Flur noch wenig bevölkert.

Zwei Anschaffungen:

  • Buch „Rattenlinien“ von Martin von Arndt (frisch erschienen, erste Auflage verkauft, Hardcover 19,- Euro und als eBook derzeit zum Sonderpreis von 3,99 Euro erhältlich).
  • Bluetooth-Kopfhörer (eigentlich ein Nachkauf, da meine vor zwei Monaten gekauften nun dauerhaft zur Gattin gewandert sind).

Quelle: http://mnz.lubw.baden-wuerttemberg.de/messwerte/s-an/s-an.htm

gesudelt (920)

Dezember – der „Erntemonat“ für uns Fundraiser, nach einem Jahr der Beziehungspflege zu Förderern sozialer Arbeit. [920]

Wer heute frei hat, dem entgehen die leeren Morgenbahnen – Komfort pur. [919]

Ich glaube, es war die richtige Entscheidung. Ein schönes Instrument... [918] 

Oh, für eines meiner Passwörter bräuchte ein PC 687 Billiarden Jahre, um es zu knacken.  [917]

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2017-1 App sei Dank

App sei Dank. Drei Buslinien führen von der Stadt unten zu unserem Ort oben hinauf. Und sie fahren drei verschiedene Haltestellen an, ein Bus nur oft nur stündlich. Und ich schaffe es nicht, mir die drei Fahrpläne für Werktag, Samstag und Sonntag zu merken. Aber Dank meinem kleinen VVS-Helferlein auf dem Smartphone ist die optimale Verbindung nur einen Klick weit weg – Netzverbindung vorausgesetzt. Und das finden sogar eingeschworene Smartphone-Gegner im Freundeskreis eine sehr, sehr praktische Sache. Und gestern ersparte sie uns einen halbstündigen Umweg über Stuttgart auf der Rückkehr von der Weihnachtsbesuch-Tournee.

Eine Jahresübersicht und fünf Tipps, damit Dein Vorhaben gelingt

jahres-uebersicht
365 Tage auf einen Blick.

Manchmal nehmen wir uns Dinge vor und sind in den ersten Tagen ganz konzentriert bei der Sache, achten sehr darauf, unser Vorhaben auch wirklich umzusetzen.

Das fängt mit den klassischen Neujahrsvorsätzen an, geht weiter über die Fastenzeit-Vorhaben oder beim Angewöhnen guter und Abgewöhnen schädlicher Angewohnheiten.

Damit dieses Vorhaben kein Strohfeuer bleibt und wir uns nicht schneller als erhofft der Routine des Alltags ergeben, haben sich einige Ansätze bewährt, die ich Dir vorstelle und als kleine Hilfe gibt es noch eine Datei:
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Neujahrsvorsatz: Nutze Deine Freiheiten

Wenn ich mir meine Timeline auf Twitter betrachte, scheint das Leben hin und wieder ein einziges Jammertal zu sein. Das ist manchmal ganz schön anstrengend zu lesen. Und es läuft ja wirklich nicht alles glatt im Leben und die rosa Brille oder positives Denken sind oft nicht nur unangebracht, sondern schädlich.

Andererseits hatten wir noch nie so viele Möglichkeiten, das eigene Leben zu gestalten und so wenige unabänderliche äußere Zwänge wie heutzutage in unserer Gesellschaft.

Und wenn ich mir eine Sache heute, am 31.12.2016, vornehmen mag, dann diese:

Ich will meine Freiheiten erkennen und nutzen.

Egal wie reglementiert wir sein mögen durch Andere, durch Strukturen, durch Mangel an Geld oder Fähigkeiten, durch unseren Körper oder das Alter, etc: Die Möglichkeit, unser Leben nach unseren Wünschen zu gestalten ist groß. Ein wesentlicher Schritt dabei ist, unsere Aufmerksamkeit auf die Möglichkeiten zu richten und nicht, wie das Kaninchen auf die Schlange, gebannt auf die Probleme fokussiert zu sein.

Wir haben nur dieses Leben und es macht keinen Sinn auf ungewisse bessere Umstände in der Zukunft zu hoffen.

Mein Tipp für Dich: Erkenne heute, morgen und an jedem Tag deine Freiheiten und nutzen die Möglichkeiten deines Lebens.

Komm‘ gut ins Neue Jahr!

Futterneid

Futterneid nervt. Ich mag keine Plätzchenteller die streng abgezählt sind. Mich strengen Menschen an, die genau darauf achten müssen, wer schon welche Sorte gegessen hat und schnell genug essen, damit sie nicht zu kurz kommt. Stressig sind die Tische, an denen du ja nicht das letzte Stück essen darfst, ohne dich mehrfach vergewissert zu haben, dass es in Ordnung ist.
Anstrengend. So was kostet mich Nerven, diese künstliche Verknappung ohne Grund. Und besonders dann, wenn das Verhalten nicht nur bei Kindern zu sehen ist, sondern von Erwachsenen ausgeht. Aber man sieht, wie sich eine Prägung über eine Generation vererbt.

Essen nach Plan und Quote nimmt den Mahlzeiten die Freude, die Leichtigkeit, den Genuss. Und es schürt Konkurrenz anstelle Gemeinschaft zu stiften – eine der schönsten Funktionen des Essens.

Heimatbesuch: Ahnengalerie

Es war ein Schneider-Buch, soviel ist sicher. Kinder lieben Schneider-Bücher, hieß der Werbespruch in den 70er und 80er Jahren. Auf mich traf das sicher zu. Etwa 150-200 davon dürften sich in meinen Regalen befunden haben, zu einem guten Teil von Taschengeld gekauft. 3.95 DM, 4.95 DM, 5.95 DM waren die Standardpreise.

„Derrick Junior“ hieß eine kleine Serie mit einem vor Geschlechtsstereotypen strotzende Plot. Im ersten Band besuchte der jugendliche Held seine im Altenheim wohnende Großmutter (so zumindest meine Erinnerung) und an der Wand hängen unzählige Bilderrahmen mit Fotos ihrer Verwandten.
Damals fand ich das eine nette Idee, war aber sehr fern von mir. Heute morgen erwachte ich in einem Zimmer, in welchem genau so eine Wand gestaltet ist. Fotos aus drei Generationen, Schwerpunkt auf den letzten 20 Jahren. Und einige der Abgebildeten leben nicht mehr.
Schön, dass die Bilder ausgedruckt vorliegen, nicht in Diakästen vergraben oder auf Festplatten versteckt. Jedes Foto weckt die Erinnerung an die Personen, die Zeit damals, die Situation als fotografiert wurde. Und bei den Kindern (Enkeln) sieht man die Entwicklung, die Ähnlichkeiten.
Ich bin gerne hier, sitze gerne vor der Wand. Und ich erkenne, dass ich mal wieder einige Fotos des letzten Jahres ausdrucken muss.

Heimatbesuch: Zeitungen umsonst?

„Hier gibt’s Zeitungen umsonst!“ – Mein 8-Jähriger kennt diese Münchener stummen Zeitungsverkäufer nicht, diese allgegenwärtige Reihe aus 3-5 Verkaufskästen zur Selbstbedienung mit Einwurfkästchen fürs Geld. Mit dem Bus fahren wir an einigen vorbei, fast an jeder Haltestelle sehen wir sie. Abendzeitung, BILD, tz und manchmal die Süddeutsche Zeitung und der Münchner Merkur buhlen um Leser. Fünf Tageszeitungen in einer Stadt – davon können viele Monopolzeitungs-Regionen nur träumen. Und jeden Tag entscheidet die Schlagzeile über die Verkaufszahlen. Als Kind fand ich es oft spannend, am Schulweg zu sehen, was die Zeitungen für wichtig fanden.

Mein Sohn findet das System interessant, aber merkwürdig: „Und keiner kontrolliert, ob man Geld einwirft?“ In der Praxis wohl tatsächlich so gut wie nicht. Der Verkaufsgewinn würde das nicht lohnen. Obwohl ertappte Zeitungsdiebe angezeigt werden.

Zwei Zeitungskästen

Heimatbesuch. Oder: als Kind war alles ganz normal

Als Kind war alles ganz normal. Viele viergeschossige Wohnblöcke, je vier bis sechs Eingänge. Sozialer Wohnungsbau Ende der 60er Jahre. Dazwischen große Wiesen zum spielen. In der Grundschule waren wir Kinder, viele Kinder, auch alle zusammen Erst mit 10 Jahren trennten sich die Wege – Hauptschule (mit manchmal anschließender Realschule) oder Gymnasium. Mein Bruder und ich waren die Exoten im Wohnblock, beide gingen wir aufs Gymnasium („Warum denn gleich beide?“). Und wir blieben – mit einem Mädchen später – auch die einzigen in 50 Jahren.

Im Haus hatte der Hausmeister den Fahrradkeller zu einer Hauskneipe umgebaut und ab Nachmittag trafen sich dort die Männer und einige Frauen. Der Alkohol war allgegenwärtig. Und auch die Polizei kam oft ins Viertel. Später hörte ich dann Polizisten sagen „das Viertel kennen wir gut“.

Aber als Kind war das alles normal. Ich fiel nur auf, dass ich fast täglich in der Bücherei war und nicht so viel draußen spielte. Die „Ritter von Burg Schreckenstein“, „Fünf Freunde“, etc. waren meine Welt.

Mein Schild »Autos töten« im Fahrrad-Rahmendreieck wurde kopfschüttelnd zur Kenntnis genommen, als ich älter war und mich der Umweltbewegung zuwendete. Aber das wurde akzeptiert. War mein Vater doch integriertes Mitglied der Hauskneipe und vergaß häufig, dass das als selbstständiger Maler verdiente Geld nicht netto, sondern brutto ist. Und er merkte auch nicht, dass sie ihn beim Kartenspiel über die Ohren hauten. Dafür lernte ich, wie man von einem Großkunden unauffällig 8.000 DM-Rechnungen in Bar bezahlen lässt und mit dem Geld im Bus heimfährt, damit wir erst die Lieferantenrechnungen bezahlen können und danach der Wirt seinen Anteil bekommt. Aber alles war für mich normal. Und es war normal, dass man Geld ausgibt, wenn es da ist. Und es war normal, sein Taschengeld durch Jobs zu verdienen, um sich das leisten zu können, von dem die Freunde am Gymnasium erzählten. Und ich lernte, dass wir die falsche Zeitung lasen, die Abendzeitung und später den Münchener Merkur anstelle der SZ.

Von den alten Bewohnern des Hauses aus meiner Elterngeneration leben nur noch wenige. Leberschäden, Krebserkrankungen, etc. … Von den Hauskneipenbesuchern gibt es niemanden mehr. Auch mein Vater starb schon vor 26 Jahren mit 49. Als er starb, waren meine Eltern schon vier Jahre geschieden. Seine jüngere Schwester (eine von 12 Geschwistern) und ich saßen in der Todesstunde an seinem Krankenhausbett.

Aber alles war irgendwie normal, ich kannte keine andere Welt. Erst einen Monat vorher war ich von Zuhause ausgezogen.

Ab diesem Jahr änderte sich vieles, fast alles. Ich engagierte mich in der Umweltbewegung, studierte Soziologie, trat bei den GRÜNEN ein, wurde U-Bahnfahrer, begann zu reisen, verließ München.

Wenn ich heute zurückkehre in den Wohnblock, in welchem meine Mutter noch wohnt, kann ich gar nicht mehr verstehen, wie wenig ich früher sah. Im Bus, auf den Straßen und Spielplätzen, den Gehwegen und den Hausfluren – heute erkenne ich die Lebensmilieus sehr schnell. Und ich weiß, dass es einzig und alleine meiner Mutter zu verdanken war, dass mein Bruder und ich aufs Gymnasium und später auf die Uni gehen konnten – gegen all die offenen und latenten Widerstände in der Nachbarschaft, auch bei meinem Vater. Danke!

Ja, als Kind und Jugendlicher fand ich alles völlig normal. Die Erinnerung rufe ich mir manchmal in den Kopf zurück, wenn ich zu verstehen versuche, warum Menschen sich so vehement gegen alles Neue und Fremde wehren, rechts wählen und Parolen schreien. Ich kenne diese abgeschotteten Milieus, die nikotin- und alkoholgeschwängerten Kneipen. Vielleicht haben sie nie die Chance bekommen, etwas anderes kennen zu lernen. Und es ist mir klar, wie stabil diese Milieus sind.

Aber ich weiß auch, dass Milieu kein Schicksal ist. Nur Vergangenheit.

Monopoly verschärft

Schuldenübersicht bei K2.

Monopoly zu spielen ist schon anstrengend genug. Die Abläufe sind mäßig spannend, es geht nur um Geld, Häuser und Straßen, Mieten und Hotels.

Anstrengender wird es wenn man nur zu zweit spielt und der Gegenüber (nennen wir ihn kurzerhalber K2) alles kann – nur nicht verlieren oder eine kurze Pechsträhne haben. Dann musst du, Würfelzufall hin oder her, alle Energie darauf verwenden, das Glück in seine Richtung zu wenden, Straßen unter Wert zu verscherbeln und Häuser nicht zu bauen.

Doch der Gipfel der Qual ist erreicht, wenn er sich dann nicht mit einem einfachen, schmerzlosen Sieg zufrieden gibt, dich in die gnädige Insolvenz entlässt. Nein, du bekommst Kredit bis zum Umfallen, auf Mietzahlungen wird verzichtet. Und so geht es Runde um Runde weiter. Er spielt völlig entspannt, dem Spiel ist jegliche Dynamik entzogen – ein kapitalistischer Flow mit gönnerhaften Zügen. Deine Hinweise auf deinen permanenten Bankrott werden ignoriert. Insolvenzverschleppung seitens des Gläubigers in Reinkultur.

Bis es dann von ihm plötzlich heißt: „Ich hab‘ keine Lust mehr. Kannst du aufräumen.“

Ja, gerne.

1. Weihnachtstag 2016 – Baguette entschleunigt

Baguette backen – Entschleunigen am Morgen

Baguette backen (3:50 Stunden):

  • 6:25 Uhr: 500 Gramm Mehl, 20g Hefe, 320ml handwarmes Wasser, 2 TL Salz
    Mehl und Salz mischen, Hefe zerbröckelt in eine Mehlkuhle geben und 50ml Wasser dazu, Mehl darüber und mit einem feuchten Tuch zugedeckt 10 Minuten gehen lassen.
  • 6:40 Uhr: Teig unter Zugabe des restlichen Wassers kneten.
  • 6:45 Uhr: Teigkugel auf ein Brett legen, mit feuchtem Tuch zugedeckt warm stellen (bei mir in dem auf 50 Grad aufgewärmten Ofen). Eine Stunde gehen lassen.
  • 7:50 Uhr: Teig auf bemehlter Unterlage 5 Minuten kräftig kneten und danach zu einem Rechteck ausdrücken. Dessen vier Seiten nach innen schlagen, wie ein Päckchen. 20 Minuten gehen lassen, wieder auf dem Brett und zugedeckt.
  • 8:20 Uhr: Teig zum Rechteck ausdrücken (bemehlte Unterlage!), Päckchen machen, 20 Minuten auf dem Brett wieder zugedeckt gehen lassen.
  • 8:45 Uhr: Teig nochmals zum Rechteck drücken, Päckchen machen, 20 Minuten auf dem Brett wieder zugedeckt gehen lassen.
  • 9:05 Uhr: Teig zu einer langen Schlange formen und in 2-3 Stränge schneiden. Diese kommen auf das Baguette-Lochblech. Nochmals 15 Minuten zugedeckt stehen lassen. Den Backofen auf 225 Grad vorheizen.
  • 9:25 Uhr: Die Stränge diagonal 2-3 Mal einschneiden, mit Mehl bestäuben. Im Backofen 20 Minuten backen.
  • 9:50 Uhr: Die Baguettes aus dem Ofen holen, auskühlen lassen.
  • 10:15 Uhr: Zweites Frühstück – die Baguettes (*) werden angeschnitten. Lob der Essenden.

Alternativ (15 Minuten):

  • 7:30 Uhr: Zum Bäcker gehen, Baguette kaufen, heimgehen.
  • 7:45 Uhr: Frühstück.

(*) Rezept von @HerrGruenkocht

Sa., 24.12.2016

Ich wünsche Dir
ein frohes und friedliches Fest.

Weihnachten ist nicht das Fest der Geschenke, der Pracht und des Protzens. Weihnachten ist das Fest, bei welchem die Ankunft eines König gefeiert wird, der so anders war als alle Könige vor und nach ihm. Ein König, der in einem Stall geboren wurde, in einer Krippe schlief. Ein König, der nie mehr besaß, als er zum reinen Leben brauchte.

Und es ist nicht wichtig, ob du an die Bibel, Gott oder Jesus glaubst. Aber hat diese Botschaft, dass auch „der Höchste“ klein und hilflos sein kann, nicht etwas beruhigendes, tröstliches? So hat der Abend des 24. Dezembers für jeden seine ganz eigene Bedeutung. Aber unberührt lässt er nur wenige.

Auch nicht die rund 800 Menschen in Armut und Wohnungsnot, die bei „eva’s Stall“, der seit über 60 Jahren stattfindenden Weihnachtsfeier, gemeinsam feiern.

Das ist Heiligabend.

 

Fr. 23.12.2016 – ein Toter – 100 Tote – 5000 Tote

Eigentlich kein Thema für den Tag vor Heiligabend. Oder vielleicht doch?

Heute wurde der vermutliche Täter des via LKW ausgeführten Massenmords am Berliner Weihnachtsmarkt in der Nähe von Mailand bei einem Schußwechsel mit einer ihn kontrollierenden Polizeistreife erschossen. Nein, es tut mir nicht um ihn leid. Trotzdem, das „Grazie“, dass vielfach aus Deutschland nach Italien schallte, irritiert mich irgendwie. Vielleicht mag ich einfach nicht, wenn Menschen getötet werden.

Gestern starben übrigens auch 100 Menschen. Sie starben auf der Flucht nach Europa, ertranken im Mittelmeer, wie das UNHCR berichtet. Das sind acht mal soviele Menschen, wie in Berlin am Weihnachtsmarkt so sinnlos starben.

In 2016 waren es, so die Zählung des UNHCR, bisher über 5.000 Menschen, welche auf der Flucht im Mittelmeer ertranken. Das bisher schlimmste Jahr.

Und von besorgten Bürgern höre ich schon ein leises „Grazie Europa“.

Donnerstag, 22.12.2016 – Songtaaba hilft in Burkina Faso

Es gibt sie, die kleinen und feinen privaten Hilfsprojekte. Eines davon heißt Songtaaba und hilft in einem der ärmsten Länder Afrikas, Burkina Faso.

Brunnenschacht (von der Website von Songtaaba)

Dass auch kleine Vereine viel bewegen können, zeigt Songtaaba seit sieben Jahren eindrücklich. Ein großes Projekt ist aktuell der Neubau von 5 Brunnen und die Renovierung von 8 Brunnen. Dieses wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mit knapp 68.000€ gefördert bei Gesamtkosten von ca. 91.000€. Der Rest, immerhin stattliche 23.000 Euro, muss über Spenden aufgebracht werden. Klar, dass auch von mir eine (für mich) größere Spende dort hinging.

Wer also noch ein feines, vom großartigen Engagement einiger Menschen getragenes Projekt unterstützen möchte, kann dies noch schnell vor dem Jahreswechsel tun. Ein Online-Formular gibt’s nicht, aber eine Spendenkontonummer auf der Website:

Inhaber: Songtaaba e.V.
IBAN: DE94 6415 0020 0001 7782 07
BIC: SOLADES1TUB

Und die Spendenbescheinigung kommt zuverlässig, wenn du deine Adresse mit in der Überweisung angibst.

Wie ich auf diesen Verein stieß? Ein Kollege in einem unserer Fachdienste ist im Vorstand des Vereins.

Website von Songtaaba e.V.